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Texte + Gedichte: Wortlichkeit (19.12.1964

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Wortlichkeit


Schwammiges Molochwort: Gott
Die Dinge sind nicht.
Die Worte sind.

Menschen sind nicht,
nur Worte,
gelallt.
Ursprachen sind sie
und viele Fehler der Sprache.

Zungen

Baum Blau Blatt Blume
Am Abend Alphabet

Die Töne ziehen die Augen
in sich.
In sich.
Worte.
Gelallt!

Bekenntnis zum Inhalt
macht schuldig.
Ewiger Zwiespalt:
Kreuz und Erlösung
Reden und Schweigen.

Rimbaud
Aber auch Rilke
Und ich?
Nichtigkeiten.
Die Schuld tragen,
durch Wasser trinken,
durch Feuer schlafen,
durch Berge tanzen
mittendrinnen hindurch.

Auferstehung den Worten:
Ein Zugeständnis.

Selbstaufgabe?

Abgrenzung des Ichs
Und Erweiterung.

Lerne die Sprache,
brauche die Zunge,
rühre das Instrument,
damit wird in Dir
die „Welt“ reicher.

Nichts ist, als das Wort.
Alles ist außer dem Wort.


Curd Michael Hockel
9.12.1964 (Entwürfe III)

 
 
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