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Was ich gern lese

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Beim Betreten der Praxis entnehme ich dem Briefkasten DIE TAGESZEITUNG - TAZ, die ich für eine unverzichtbare Quelle für Informationen halte, die ich mir sonst mit aufwendigen Suchstrategien beschaffen müßte. Sie kennne die TAZ nicht ? Kennenlernen über www.taz.de. Oder bestellen Sie doch einfach ein Probeabo.

Im Internet lese ich Fachliches in: www.zpid.de und blättere ich manchmal in der www.gazette.de in der ich auch schon mal was veröffentliche: "Die Spielwelt Harry-Potters". Oder: Hockel, C. M. (2008). Coaching - Gier ist geil. In Fritz Glunk (Hrsg.), Die Gazette (Bd. 4 H 3, S. 49-50). Die GAZETTE gibt es jetzt auch als Druckversion im Abonnement. Abo und Einzelheftbestellungen über: Verlagshaus Kastner. Schloßhof 2-5, 85283 Wolnzach, Fax 08442-2289

Auf Kriminalromane bin ich gestoßen, als ich im Berufsalltag lernte wie schwer es ist "Grauenhaftes" sprechbar zu halten. So zum Beispiel "Kindesmissbrauch" in: Andrew Vachss, Strega, Frankfurt/Main Berlin: Ullstein 1999, 2.Auflage

Als Ferienlektüre nehme ich mir immer ein etwas vielversprechenderes Fachbuch für den Bereich Klinische Psychologie / Psychotherapie und eines für den Bereich angewandter Psychologie, auch Wirtschaftspschologie als solcher mit. Dabei hat mir die Zusammenstellung dieser Liste endgültig klar gemacht, daß ich ein "Bücherwurm" bin, da ich tatsächlich aus jedem der Jahre sehr viel mehr Bücher empfehlen könnte. Wer Genaueres wissen will sei dazu jedoch auf die Literaturverzeichnisse meiner eigenen Arbeiten (siehe Veröffentlichungen) verwiesen. Inzwischen sind es häufig jedoch auch philosophische Grundlagenwerke und Werke, die Hintergrundinformationen für Menschen- und Gesellschaftsbilder hergeben. Ich habe daher nach 2006 die Gliederung nach "klinisch" und "angewandt" weggelassen und jeweils pro Jahr nur zwei Bücher genannt:

2012
Graeber, D. (2012) Schulden – Die ersten 5000 Jahre. Stuttgart: Klett-Cotta.
Ein Hintergrundbuch zur aktuellen Wirtschaftspolitik? Vielleicht mehr als das? Wenn wir begreifen, dass „Geld eine Methode (ist), Dinge nach ihrer Struktur zu vergleichen, also im Verhältnis zueinander auszudrücken und etwa zu sagen X entspricht sechs mal Y.“ (S.58), dann verstehen wir, dass Geld wahrscheinlich „so alt ist wie das menschliche Denken“ (S.58) und dass diese vergleichende Wertbetrachtung dort vollkommen versagen muss, wo der Wert menschlichen Seins selbst zu betrachten ist. So erarbeitet Graeber die denkerische Freiheit einen generellen Schuldenerlass anzudenken: „Er riefe uns auch in Erinnerung, dass Geld nichts geheimnisvoll – Unvergleichliches ist und dass das Begleichen von Schulden nicht das Wesen der Sittlichkeit ausmacht. All diese Vorstellungen sind menschliche Erfindungen, und in einer richtigen Demokratie hätten alle Menschen die Möglichkeit ihre Gesellschaft anders zu organisieren… Niemand hat das Recht, uns zu sagen, was wir wirklich schulden. Niemand hat das Recht uns zu sagen, was wir wirklich wert sind.“ (S.410)

Keyes, D. (2006) Blumen für Algernon, Stuttgart: Klett-Cotta.
In der Form eines Romanes liegt hier eine sehr eindringliche Studie über den Hochmut psychologischer Helferambitionen und über die gesellschaftliche Bewertung kognitiver Kompetenzen vor. Die sehr berührende Fiktion versucht die Erlebenswelt eines geistig Behinderten, der immerhin in einer schlichten Arbeitswelt Geborgenheit gefunden hatte, als Ausgangspunkt für ein ungeheuerliches Experiment zu nehmen: was wenn es gelänge durch neuropsychiatrisch-operativ-medizinische Massnahmen, diesem Menschen eine weitreichende (bis zur Genialität zu steigernde) Freisetzung intellektueller Kapazitäten zu ermöglichen. Die Parabel zeigt ein Scheitern – was wäre, wenn es möglich werden würde? Sie zeigt jedoch auch, dass die gesellschaftliche Wertschätzung des Denken-Könnens gegenüber der des Lieben-Könnens abgewogen gehört: „Ich gebe nicht vor das Mysterium der Liebe zu verstehen, aber diesmal war es mehr als Sex, war der Körper einer Frau mehr als nur Mittel zum Zweck … Mein Körper erschauerte im Geben, und ihr Körper erschauerte im Nehmen“ (S.281-282)

2011
Pinker, S. (2011) Gewalt – Eine neue Geschichte der Menschheit, Frankfurt am Main: Fischer.
Ein Befreiungsschlag des Denkens: „Die Gewalt ist über lange Zeiträume immer weiter zurückgegangen, und heute dürften wir in der friedlichsten Epoche leben, seit unsere Spezies existiert“ (S.11). Mir war vor allem die besondere Bedeutung, die die „besseren Engel“ haben bedeutsam: „Der Rückgang der Gewalt dürfte zum Teil auf eine Erweiterung der Empathie zurückzuführen sein, vieles verdankt er aber auch handfesteren Fähigkeiten wie Klugheit, Vernunft, Fairness, Selbstbeherrschung, Normen und Tabus sowie dem Konzept der Menschenrechte“ (S.848)

Bischof-Köhler, D. (2011) Soziale Entwicklung in Kindheit und Jugend – Bindung, Empathie, Theory of Mind, Stuttgart: Kohlhammer.
Fast wie das Buch des Ehepaars Grossman so etwas wie eine Zusammenfassung von Vorgängerarbeiten und dem aktuellen Kenntnisstand. Besonders beeindruckend und beunruhigend, dass neben den schönen Erkenntnissen zu den Möglichkeiten zur Entfaltung von Kompetenz und Moral auch die Mahnung an die Erziehenden stehen muss: „Und schließlich kann man von einem Kind, das ausdrücklich auf Konkurrenzdenken hin sozialisiert ist, nicht erwarten, dass es für andere einzutreten bereit ist.“ (S.444) So wird in unserer Berufsarbeit die Verantwortung für die Arbeit am Menschenbild – auch als Wunsch- und Gestaltungszielbild immer deutlicher.

2010
Sen, A. (2010) Die Idee der Gerechtigkeit, München: C.H.Beck.
Der Philosophierende Wirtschaftswissenschafts-Nobelpreisträger ermöglicht es dem Leser in lustvoll bedächtiger Ruhe aus der beunruhigenden Weltwahrnehmung, dass es schrecklich ungerecht zugeht, aufzusteigen zu einer Weltwahrnehmung, die dies bestätigt ohne zu Bitterkeit und Resignation zu führen. Im Gegenteil, die vielfältigsten und edelsten Ansätze die Menschheitsaufgabe, für mehr Gerechtigkeit zu sorgen, zu denken und anzupacken werden deutlich gemacht. „Öffentlicher Vernunftgebrauch und Demokratie“ ist der vierte Teil überschrieben, der in der „Vermeidung von Provinzialismus“ eine Bedingung für Gerechtigkeit sieht und im demokratischem den entscheidenden Wegweiser formuliert.

Fend, H. (2008) Schule gestalten. Systemsteuerung, Schulentwicklung und Unterrichtsqualität, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Der Schweizer Entwicklungspsychologe legt hier ein Werk vor das er einem Willi und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 40 Berufsjahren widmet. Eine Orientierende Lebensarbeit, die jedem Verantwortlichen für Schulgestaltung einen Horizont aufzuzeigen vermag in welchem pragmatisch – realistische Schulentwicklung stattfinden kann. Nicht die Zugkraft einer Vision, sondern die Masse schlichter Empirie wird hier wirksam.

2009
Pollmann, A. (2005) Integrität – Aufnahme einer sozialphilosophischen Personalie, Bielefeld: Transcript.
“Wir folgen einer Sehnsucht nach Ganzheit, obgleich wir wissen, dass die von uns ersehnte Einheit – als vollkommene – unerreichbar bleiben wird“ (S.172) so beschreibt Pollmann die Basisaporie des Menschen der Integrität als Selbstverwirklichung anstrebt. Es werden die Bedeutungsdimensionen der Integrität beschrieben als Selbsttreue, Rechtschaffenheit, Integriertheit und Ganzheit. In einem leider für einen Entwicklungspsychologen wie mich nur schwer ernst zu nehmenden Rekurs wendet sich Pollman der „Schwierigkeit zu sagen was fehlt“ zu. In philosophierender Spekulation wählt er dann Bilder – da wäre es wohl hilfreicher gewesen mit wirklichen empirischen Entwicklungspsychologen zu sprechen statt aus Heideggerscher Geburtsvergessenheit Spekulationen über die Placenta als verlorenen Partner zu erfinden. „Vor der erzwungenen, wenn auch notwendigen Subjektwerdung des Menschen ist das Problem der Integrität noch keins. Erst die im Zuge der Individuierung anfallenden Verluste lassen die Sehnsucht nach Integrität aufkommen“ (S.236) – Die in diesem Rekurs entfalteten Überlegungen würden konkreter, phänomenologisch präziser wenn sie mit Wissen um die Entwicklungspsychologie der Subjektivität – die Entstehungsgeschichte einer Theory of mind, geschrieben worden wären. Doch der Rekurs ist zwar die Mitte, jedoch nicht der Schwerpunkt des Buches, das ich so sehr genossen habe.

Bischof-Köhler, D. (2002) Von Natur aus anders – Die Psychologie der Geschlechtsunterschiede, Stuttgart: Kohlhammer.
Nachdem Maccobys „Psychologie der Geschlechter – Sexuelle Identität in den verschiedenen Lebensphasen“ (2000, Stuttgart: Klett-Cotta) eine erste Beleuchtung gab, wird hier nun klar, wie Knaben und Mädchen in verschiedenen Kulturen aufwachsen und dies, da sie verschieden sind. Eine wunderbare Entlastung an der Genderfront: der Druck Gleichberechtigung fälschlich als Gleichmacherei denken zu wollen wird aufgelöst.

2008
Bieri, P. Das Handwerk der Freiheit – Über die Entdeckung des eigenen Willens, München Wien: Carl Hanser.
Wie ich Jonas „das Prinzip Verantwortung“ (1979, Frankfurt: Insel ) verdanke, so gibt mir dies Buch eine Art Freifahrschein zum Wollen der Freiheit: „Die Offenheit der Zukunft, die wir für die Freiheitserfahrung brauchen, liegt im Spiel der Einbildungskraft. Und nur in diesem Spiel…“ (S.284)

Bergmann, F. Die Freiheit leben. Freiamt im Schwarzwald: Arbor.
Als Psychologe erscheint mir die Selbsttheorie dieses philosophierenden Visionärs, den kenne zu lernen ich die Freude hatte, ein wenig zu beliebig, das erinnert an Kellys Persönlichkeit als Rollengefüge und benennt mit der Identifikation eine Selbstgestaltungsmechanismus, der mir zu „beliebig“ erscheint. Daher bin ich nicht restlos einverstanden mit der Definition: „Freiheit ist eine Funktion von Identifikation und steht in einer Abhängigkeitsbeziehung zu dem, womit ein Mensch sich identifiziert.“ (S.66) Der Impuls jedoch Freiheit von innen her und als Prozess zu beschreiben, entspricht mir sehr.

2007
Grossmann, K. / Grossmann K.E. (2004) Bindungen – das Gefüge psychischer Sicherheit, Stuttgart: Klett-Cotta.
Ein Lebenswerk – die zusammenfassende Darstellung des gegenwärtigen Erkenntnisstandes zum Thema Bindung. Das Gewicht, dass neben dem Bindungsmotiv auch der Neugier (und neben Müttern auch Vätern) gegeben wird ist erfrischend.

Girard, R. (1987) Das Heilige und die Gewalt, Zürich: Benziger,
Aus theologischer und anthropologisch-philosophierender Sicht gibt der Autor aufwühlende Denkanstöße zur Frage der Religiosität: „Das Opfer verhindert, dass sich der Keim der Gewalt entwickelt. Es hilft den Menschen, die Rache im Zaum zu halten.“ (S.32) Er betrachtet dann das Religiöse als die Lösung früher Gesellschaften um die Gefahr der Rache zu bannen: „Die Lösung verdeckt uns das Problem, und die Beseitigung des Problems verdeckt uns das Religiöse als Lösung (S.33). „Die Gewalt und das Heilige sind nicht voneinander zu trennen“ (S.34) Was dann als Hypothese vom „versöhnenden Opfer“ ausgearbeitet wird ist spannend nachzuvollziehen. Und meine persönliche Frage entsteht: woher kommt Schuld? Ist wirklich eine historische Schuld im Raum oder ist der kindliche Mechanismus der Identifikation mit dem Aggressor angesichts ersten Nachsinnierens über den Tod dasjenige, was im Licht erwachsenden und erwachsenden Denkens ein Konzept von „Schuld“ konstituiert?

2006
KLINISCH
Grawe, K. (2004) Neuropsychotherapie, Göttingen: Hogrefe.
Das letzte Buch von Klaus Grawe, das die neurobiologischen Forschungsergebnisse aus medizinischer Basiswissenschaft integriert darstellt und dabei für einen personzentrierten Therapeuten wie mich mit der ausführlichen und behandlungsleitenden Verständnisform von Inkongruenz und der Zielformulierung von Konsistenz einen Schatz der empirischen Bestätigung dessen gibt, was unseren Therapiealltag kennzeichnet: Ringen um Kongruenz in der Selbstentfaltung.
ANGEWANDT
Straub, J. Kochinka, A., Werbik, H. (2000) Psychologie in der Praxis, Anwendungs- und Berufsfelder einer modernen Wissenschaft, München:
Deutscher Taschenbuch Verlag. Ein Nachschlagwerk das ich in die Hand nahm und erst nach langem stöbern wieder weglegte, da ich mehrfach als Psychologe gefragt wurde, was ich von den Berufschancen des Psychologen heute halte. Es bestätigte mich in meiner Grundhaltung: Psychologie ist ein Forschungsfach, das jeden, der sich dies Fach wirklich aneignete auch in ein selbstverwirklichendes Berufsfeld entläßt.

2005
KLINISCH
Mann, D. (1999) Psychotherapie: Eine erotische Beziehung, Stuttgart: Klett-Cotta.
Ein psychoanalytisches Buch, das die Umgangsweise mit Erotik in der Beziehung zwischen Patient und Analytiker auf eine neue Basis stellt. Früher war Erotik in der PA gelebter Widerstand gegen Änderung. Bei weiter strickt aufrecht erhaltener Handlungsabstinenz wird ein sehr viel breiteres Annehmen von (auch positiven und nutzbaren) Elementen der erotischen Qualitäten der Beziehung in Übertragung und Gegenübertragung deutlich gemacht.
ANGEWANDT
Jiranek, H., Edmüller, A. (2003) Konfliktmanagement. Als Führungskraft Konflikten vorbeugen, sie erkennen und lösen. Planegg: Rudolf Haufe.
Ein sehr praxisorientiertes Buch zum Thema das die reichen Erfahrung der Autoren "herschenkt" - vielfältige Beispiele und nützliche Materialien machen es leichter Konflikten gestaltend zu begegnen.

2004
KLINISCH
Kuhl, J. (2001). Motivation und Persönlichkeit - Interaktionen psychischer Systeme. Göttingen; Bern; Toronto; Seattle: Hogrefe, Verlag für Psychologie.
Ein Buch wie eine Bibliothek, jedoch nicht von irgendwem, sondern die Bibliothek eines Menschen, der sich ein Bild von „Persönlichkeit“, ihrer Entfaltung und Funktion gemacht hat und bereit ist dies Bild mit empirischen Belegen darzustellen.
ANGEWANDT
Seiffge-Krenke, I. (2004). Psychotherapie und Entwicklungspsychologie. Wien New York: Springer Verlag.
Ein Buch das ausgezeichnet den eigenen Anspruch des Schlussatzes einlöst: „Ich hoffe, das Buch hat den therapeutisch arbeitenden Leser neugierig gemacht auf die ‚normale Seite’ seiner Patienten und den entwicklungspsychologischen Forscher sensibilisiert für die Vulnerabilität, die auch in ‚normalen Entwicklungsprozessen’ liegt.“ S.258

2003
KLINISCH
Adam, A., Peters, M. (2003). Störungen der Persönlichkeitsentwicklung bei Kindern und Jugendlichen - Ein integrativer Ansatz für die psychotherapeutische und sozialpädagogische Praxis. Stuttgart: Kohlhammer.
Ein theoretisch reflektierter Bericht aus sehr vielfältiger, konkret berichteter praktischer Arbeit mit schwer gestörten Kindern und Jugendlichen. Für mich ein Musterbeispiel gelingender Reflexion sonst unsichtbar bleibender Versorgungswirklichkeit.
ANGEWANDT
Dörner, D. (2001). Bauplan für eine Seele. Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch.
Der spielerische Gedankengang, der uns unser Menschsein ganz natürlich macht, da wir einen ersten Entwurf seiner Genese nachvollziehen lernen. Demut als Frucht des Essens vom Baum der Erkenntnis mit wunderbaren Kernsätzen: „Wahrheit ist die Entsprechung von Erscheinung und Geist“ (S280), „Liebe aber ist ein Prozeß“ (S.576)

2002
KLINISCH
Weinberger, Sabine: Kindern spielend helfen - Eine personzentrierte Lern- und Praxisanleitung, Weinheim und Basel: Beltz 2001.
Eine dichte Darstellung dessen, was jemand lernen / können muß, wenn er/sie Kinderpsychotherapie betreiben will. Sehr anschaulich und zu allen Punkten mit guter weiterführender Literatur.
ANGEWANDT
Jaynes, Julian: Der Ursprung des Bewusstseins durch den Zusammenbruch der bikameralen Psyche.Reinbeck bei Hamburg, Rowohlt: 1988.
Jetzt erst las ich dies "erleuchtende" Werk, das eine schmunzelfreudig und ernsthaft zur Kenntnis zu nehmende hypothetische Antwort auf die Frage gibt, wann und wo (und wie) unsere Subjektivität selbst, die Sprache die "unser Sein zu uns spricht" (statt der Stimme der Götter) entstanden sein mag. Wir werden von einem Princeton Psychologen um 4000 Jahre in die Vergangenheit geführt: dort fand jener Umbruch statt, dessen Folgen noch heute unsere "Ichlinge" beseelt und steuert. Ein Meisterwerk.

2001
KLINISCH
Heidi Keller (Hrsg.): Lehrbuch Entwicklungspsychologie, Bern Göttingen: Hans Huber, 1998.
Nach der Entwicklungspsychopathologie erschien es mir sinnvoll und war auch genußreich wieder einen Blick in die anschauliche "Normalität" unseres Werdens zu tun.
ANGEWANDT
Ralf D. Brinkmann: Mitarbeiter Coaching, Heidelberg: Sauer 1994.
Zusammen mit weiteren kleinen Coaching - Büchern ein Einblick in eins meiner Tätigkeitsfelder, das in dieser Darstellung akzeptabel veranschaulicht wird.

2000
KLINISCH:
Oerter/v.Hagen/Röper/Noam (Hrsg.): Klinische Entwicklungspsychologie, Weinheim: Psychologie Verlags Union 1999.
Da meine Leidenschaft Kinderpsychotherapie ist, halte ich es für unverzichtbar alle 5 Jahre ein Lehrbuch der Entwicklungspsychologie durchzuarbeiten - hier endlich ein erstes, das speziell den Blick auf Kinder in Not mit bedachte.
ANGEWANDT
Thomas Lickona: Wie man gute Kinder erzieht ! Die moralische Entwicklung des Kindes..., München: Kindt Verlag 1989.
Ein Elternwegweiser, der zwar für Eltern meist zu umfangreich sein wird, für Erziehungsberater und andere Anwender von Psychologie im Umgang mit Kindern und Jugendlichen eine Fundgrube anschaulicher Erläuterungen.

1999

KLINISCH:
Klaus Grawe: Psychologische Therapie, Göttingen:Hogrefe 1998
ich hatte die Gruppenarbeit zur "Psychotherapie im Wandel - von der Konfession zur Profession" (Grawe u.a. , Göttigen: Hogrefe 1994) beim Erscheinen durchgearbeitet und war nun schon sehr gespannt auf den übergreifenden Entwurf. Und Grawes Buch hat mir ausgezeichnet gefallen - auch wenn sein "dialogischer" Charakter es schwierig macht es als "Lernbuch" zu gebrauchen. Aber einen guten Eindruck von der Komplexität der Probleme vermittelt er fast so lebendig wie einst Gerhard Kaminski in: Verhaltenstheorie und Verhaltensmodifikation, Stuttgart: Klett 1970
ANGEWANDT:
Gerhard Comelli, Lutz von Rosenstiel: Führung durch Motivation, Mitarbeiter für Organisationsziele gewinnen. München: C.H.Becksche Verlagsbuchhandlung, 1995.
Eine sehr lesenswerte Alternative zu oberflächlichen "Beraterbüchern".

1998
KLINISCH:
Alfred Farau, Ruth C.Cohn: Gelebte Geschichte der Psychotherapie. Zwei Perspektiven. Stuttgart: Klett-Cotta 1984.
Als Schüler von Pongratz und Wehner ist mir Geschichte der Psychologie und Psychotherapie immer eine wichtige Nebenseite der Fachentwicklung selbst. Farau ist in Deutschland weniger bekannt, da ich gebürtiger Wiener bin mir jedoch vertrauter und das Buch eine spannungsvolle und sehr persönliche Sicht auf einen Zug der tiefenpsychologischen Gegenwart.
ANGEWANDT:
Hellmuth Benesch: 'Und wenn ich wüßte, daß morgen die Welt unterginge..' - Zur Psychologie der Weltanschauungen. Weinheim und Basel, 1984.
Leider etwas 'zählzwänglerisch', jedoch in der Breite der Horizonteröffnung fruchtbar gegen Scheuklappen.

1997
KLINISCH:
Norbert Bischof: Das Kraftfeld der Mythen - Signale aus der Zeit, in der wir die Welt erschaffen haben, München: Piper 1996
ein spannend geschriebenes Werk über die Mythen der Welt und unser Wissen um die Entwicklungspsychologie. Der gleiche Autor hatte vor Jahren schon das beste Fachbuch zum Themenumfeld "Inzest" geschrieben: Norbert Bischof, Das Rätsel Ödipus - Die biologischen Wurzeln des Urkonfliktes von Intimität und Autonomie, München: Piper 1985
ANGEWANDT:
Dietrich Dörner: Die Logik des Mißlingens - Strategisches Denken in komplexen Situationen, Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt 1989.
Ein Wetzstein für die Erkenntnis unserer Erkenntnisgrenzen.

 
 
 
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